TV-Kolumne „Stern TV“




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TV-Kolumne „Stern TV“

Beitragvon chris17 » Mo 5. Aug 2019, 19:21

TV-Kolumne „Stern TV“
Mit „Blümchen“ bei den Mördern: RTL zeigt, warum wir die Opfer so schnell vergessen

Gerade erst hat uns die Bahnhof-Attacke in Frankfurt aufgeschreckt. Schon fangen wir an, Schritt für Schritt zu verstehen, wie der Täter zum Täter werden konnte. Auch „Stern TV“ führt vor, wie das Vergessen der Opfer beginnt. Einen ehemaligen Teenie-Star schickt das RTL-Magazin in die forensische Psychiatrie, wo Mörder und Vergewaltiger auf den Freigang vorbereitet werden.

Ein Kind in Frankfurt hat sein Leben nach nur acht Jahren zu Ende gelebt, weil ein Erwachsener meinte, den Jungen im Bahnhof vor einen einfahrenden Zug stoßen zu müssen. Das ist die Tragödie.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir das ermordete Kind aller Wahrscheinlichkeit nach langsam aus dem Gedächtnis verlieren. Der Täter wird uns immer vertrauter werden. Ein Mann, der als Flüchtling in die Schweiz kam. Ein Familienvater. Ein Mensch mit offensichtlichen psychischen Problemen. Wir werden anfangen zu verstehen, warum der Täter zum Täter wurde. Und wir werden das Opfer vergessen. So kennen wir das aus vielen Tragödien, die zu Strafverfahren werden.

Wenn Täter wirklich krank sind

Die RTL-Sendung „Stern TV“ zeigt, warum das so ist. Steffen Hallaschka hat einen ehemaligen Teenie-Star zu Besuch. Mit 16 Jahren stürmte „Blümchen“ in den Neunzigern die Charts. Unter diesem Künstlernamen stieg Jasmin Wagner zur damals erfolgreichsten Solo-Künstlerin Deutschlands auf. 18 Jahre später belebt die Frau ihre Karriere neu. Und tritt für „Stern TV“ an in der Reihe: „Stars in Knochenjobs“.

Zwei Tage lang besichtigt und besucht Wagner eine forensische Psychiatrie. Hinter hohen Zäunen leben dort Menschen, die krank sind. Und für die Welt da draußen eine Dauergefahr. Sie haben vergewaltigt. Sie haben Kinder geschändet. Sie haben gemordet.

Einer, den „Blümchen“ Wagner trifft, hat im Drogenrausch getötet. Sein Opfer? „Die Milz war geplatzt“, berichtet der Täter, „das Hirn hat rausgeguckt.“ So richtig klar geworden sei ihm das erst, als er die Polizeifotos gesehen habe. Es beginnt, was immer beginnt: Wir vergessen das Opfer. Wir beginnen, den Täter zu verstehen. Drogen. Rausch. Krankheit.

„Knochenjob“ mit Iris-Check

„Blümchen“ Wagner unterhält sich mit den Kranken, die zu Tätern wurden. Sie erzählen, dass sie selbst als Kinder missbraucht wurden. Sie schildern, wie sie mit Schlägen aufgewachsen sind. Gewalt zeugt Gewalt. Wagner bestaunt, wie die Menschen arbeiten, die den „Knochenjob“ erledigen, mit diesen kranken Mördern und kranken Vergewaltigern ihren Arbeitsalltag zu verbringen.

Wenn sie zur Arbeit gehen, müssen sie mit ihrem Fingerabdruck die erste Tür freischalten, und erst nach dem Iris-Check des Auges dürfen sie durch die letzte Tür. Alarm-Geräte tragen sie immer am Körper, weil die Gewalt stets zurückkehren kann. Eine Psychologin schildert, wie schön es ist, wenn die Täter wieder zu Menschen werden, die sich Schritt für Schritt von Therapie zu Therapie in den Freigang vorarbeiten. Das ist gut so. Zumindest immer dann, wenn die Täter auch wieder vom Freigang zurückkehren.

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/foc ... 82803.html
chris17
 
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von Anzeige » Mo 5. Aug 2019, 19:21

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